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Dr. Iris Wangermann

Werden Trauma wirklich an die Enkel weitergegeben?

Einleitung

In diesem Blogartikel gehe ich der Frage nach: werden Traumata wirklich an die Enkel weitergegeben? Ich erkläre, warum fast jede*r aus Deutschland und Österreich von Traumata betroffen ist und was es mit der Weitergabe an die Enkel auf sich hat. Außerdem bekommst Du weiterführende Quellen.

Warum fast jede*r bei uns von Trauma betroffen ist

Neulich auf einem Netzwerktreffen. Eine Frau fragt mich, was ich denn beruflich mache. Ich antworte: „Ahnentrauma Transformation. Ich unterstütze Frauen dabei, den Nebel zu lichten und Gummiband zu lösen, dass sie an ihrer Vergangenheit kleben lässt. Damit sie selbstbewusst ihre Wahrheit verkörpern und ihre Belastungen nicht an die Kinder und Enkel weitergeben“.

Sie schaut mich mit 3 Fragezeichen im Gesicht an: „Trauma werden an die Enkel weitergegeben? Wie ist das denn möglich? 

Fast jeder Mensch in Deutschland und Österreich hat ein direktes oder vererbtes Entwicklungstrauma abbekommen.

  1. Etwa zwei Drittel unserer Bevölkerung erleiden stark prägende und sehr negative Kindheitserfahrungen (*1).
  2. Emotionaler Stress, der nicht aufgelöst wurde, wird epigenetisch (das bedeutet über die „Software“ Deiner Gene) an die Nachfahren übertragen (*2). Das zeigen unter anderem Studien von Nachkommen der Holocaust-Überlebenden.
  3. Erlebnisse der Eltern und Großeltern aus dem Zweiten Weltkrieg, wie  Hunger, Flucht und Vertreibung, Vergewaltigungen, aus Unterdrückung, Diskriminierung, sowie negative Erfahrungen aus der Kindheit (etwa durch die Auswirkung der damals vorherrschenden schwarze Pädagogik) oder Schulzeit oder in der Familie (wie Parentifizierung) können für über bis zu 4 Generationen weiter gegeben werden. 

Wir können deshalb davon ausgehen, dass fast jeder Mensch in Deutschland und Österreich eine oder mehrere dieser Traumata „abbekommen“ hat. 

Dabei spielt es keine Rolle, ob es eine direkte Erfahrung (Vernachlässigung, Mobbing, Unfälle) war, oder durch Übertragung der negativen Emotionen durch die Großeltern, oder Eltern (Ahnentrauma).

Wie werden Trauma an die Enkel weitergegeben?

Zum einen werden Trauma  durch die Epigenetik (also die Software Deiner Gene) vererbt. Wenn Deine Eltern während des Krieges gelernt haben sich – auf der Flucht – zu verstecken, weil das sicherer gewesen ist, dann kannst Du diese gelernte Erfahrung erben.

Das kann die Ursache dafür sein, warum Du Dich nicht traust sichtbarer zu werden (etwas in Deiner Selbstständigkeit, oder wenn es darum geht Deine Wahrheit in der Familie oder im Meeting zu vertreten).

Der zweite – und nicht zu vernachlässigende Punkt – sind die Traumatisierungen, die Kinder von ihren Kriegs-traumatisierten Eltern erfahren haben. Denn traumatisierte Menschen, traumatisieren Menschen! 

Wovon mir meine Klientinnen immer wieder berichten: emotionale Nichterreichbarkeit der Eltern, körperliche und seelische Gewalterfahrungen, emotionale Vernachlässigung (bei materiellem Wohlstand), Rollenumkehr, bei dem sich das Kind um die emotionalen Bedürfnisse der Eltern kümmern muss und die daraus folgende Mitgefühlserschöpfung.

An dieser Stelle sei noch einmal erwähnt, dass dies in der Regel völlig unbewusst passiert, es also nicht darum geht Schuld zuzuweisen, sondern ganz im Gegenteil inneren Frieden zu finden.

Das bedeutet aber auch, dass Menschen der Generation Kriegsenkel, die sich ihrer Traumatisierungen nicht bewusst werden und diese nicht transformieren wollen, sie automatisch an ihre Kinder weitergeben.

Es ist Zeit, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Dabei begleite ich Dich sehr gerne.

Wie kann ich Trauma auflösen und damit nicht weitergeben?

Um Ahnentrauma zu transformieren ist es wichtig, dass Du Dein inneres Kind aus dem Schatten befreist. Was das ist und wie das geht, erfährst Du hier.

Eine ganzheitliche Methode ist wichtig, wie Ahnentrauma Transformation in der Natur, bei der Du nicht nur „über Deine Themen sprichst“, sondern sie auch „aus den Zellen und Deinem ganzen System gehen lässt.

In Zuge Deiner Transformation kommst Du mit Deinen – ins Unterbewusstsein verdrängten – Schattenthemen in Berührung. Du bist eingeladen, diese anzuschauen und früher, oder später  mit Schattenarbeit aufzulösen.

Dann wirst Du Dich damit auseinandersetzen, was es bedeutet gesunde Grenzen zu haben und Schrittf-fürSchritt lernen, wie das geht. Du findest Deinen Kraftplatz – zum Beispiel in der Natur – der Dich trägt, begleitet und schützt.

Du wirst wie eine Phönix aus der Asche Deiner Geschichte steigen und erkennen, dass Dein größtes Potenzial in Deiner tiefsten Wunde steckt. Du wirst Dich eines Tages im Spiegel anlächeln und Dich begrüßen, wie eine alte Freundin, die Du schon lange vermisst hast.

Dabei begleite ich Dich gerne.

 

Quellen

(1) https://en.wikipedia.org/wiki/Adverse_Childhood_Experiences_Study

(2) Jawaid, Ali, Martin Roszkowski, and Isabelle M. Mansuy. „Transgenerational epigenetics of traumatic stress.“ Progress in molecular biology and translational science. Vol. 158. Academic Press, 2018. 273-298.

(3) Gross, J. J. (1998). „The emerging field of emotion regulation: An integrative review“. Review of General Psychology2 (3): 271–299. CiteSeerX 10.1.1.476.7042doi:10.1037/1089-2680.2.3.271.

(4) Shian-Ling Keng, Moria J. Smoski, Clive J. Robins: Effects of mindfulness on psychological health: A review of empirical studies. In: Clinical Psychology Review. 31 (6), 2011, S. 1041–1056

[5] Brom, D., Stokar, Y., Lawi, C., Nuriel‐Porat, V., Ziv, Y., Lerner, K., & Ross, G. (2017). Somatic experiencing for posttraumatic stress disorder: a randomized controlled outcome study. Journal of traumatic stress, 30(3), 304-312.

Weitere Literatur zum Thema findest Du hier.

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Hallo, ich bin Iris! Ich bin Interkulturelle Diplom-Psychologin, interaktive Workshop-Facilitatorin, Forscherinnen-Seele, Bloggerin & Speakerin aus Köln. Ich bin Expertin für Inclusive Leadership, Intercultural Teambuilding und liebe Schokolade.

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