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Dr. Iris Wangermann

Drei Dinge, die mich an meiner „Peace with your past“ Transformations-Begleitung (manchmal) nerven

Was will ich bewirken?

Wichtig: konkret werden: WIE will ich Menschen helfen und WAS bewirkt das? 

Das ist einer meiner persönlichsten Blogartikel, der Sie mitnimmt, in mein letztes halbes Jahr und einen intensiven Transformations-Prozess. Ich habe ihn geschrieben für all jene Menschen, die sich schon lange für Diversity-Inclusion engagieren und müde sind. Es ist ein Aufruf zu radikaler Selbstliebe und Inklusion von verwaisten, inneren Anteilen. Der schneller zum Ziel führt. 

Als Judith Peters LINK inspirierte, über „Purpose“ zu bloggen, schrieb ich zunächst mehrere Absätze darüber, wie ich Menschen dabei begleiten will XXX 

erts mal ganz viel darüber, wie ich mit meinen Workshops Menschen dabei begleiten will mehr XXX doch irgendwann 

Das finden Sie in diesem Blogartikel

In service of Diversity Inclusion

Ich sitze an diesem Dezembertag am Atlantik und sehe den mächtigen Wellen dabei zu, wie sie mit großer Wucht immer und immer wieder auf die Felsen schlagen. Wie sie sich aufbäumen, hochspritzen, die Felsen umspülen, um dann wieder zusammenzufließen.

Mutter Natur empfinde ich am schönsten überall dort, wo man noch nicht versucht hat, sie in gerade Bahnen zu zwängen. 

Schon seit vielen Jahren nutze ich die Zeit zwischen den Jahren, um in der dunklen, deutschen Winterstille nach innen zu lauschen: Was stirbt gerade in meinem Leben? Was darf gehen? Was ist nicht wesentlich? In Resonanz gehen im Spannungsfeld zwischen meinen Wünschen, dem, was das Leben gerade von mir will und dem, was meine (globale) Familie und Community gerade am meisten braucht. 

Zum Jahreswechsel 2021/22 kam aus der Stille und den vielen, kleinen Ritualen ein paar sehr klare Ansagen: Meine Arbeit wird sich im Jahr 2022 radikal verändern. Es ging darum, ALLE alten Formen loszulassen, damit etwas ganz Neues entstehen kann. 

Und jawohl … ich wurde ganz schön gebeutelt im Jahr 2022. Jedes Mal, wenn ich – aus Angst – an etwas Altem festhalten wollte, bekam ich vom Leben „eins auf die Mütze“. 

Zum Jahreswechsel 2022/23 war ich nicht im winterlich dunklen Deutschland, sondern auf der kanarischen Vulkaninsel Teneriffa: Raue, ursprüngliches Lava-Gestein, das umspült wird von den mächtigen Wellen von Mama Atlantik.

Viele, viele Stunden saß ich am Meer und ließ mich von den Wellen innerlich mitnehmen. Auch wenn ich es nicht wahrhaben wollte: Meine Transformation war noch lange nicht vorbei. „ALLES, aber auch wirklich alles, was nicht wirklich zu Deinem Leben gehört, wird gehen“, flüsterten die Wellen. 

Doch ich hielt mir entsetzt die Ohren zu.  

Hatte ich nicht schon genug in den letzten Jahrzehnten transformiert? Kaum richte ich es mir ein wenig gemütlich in meinem Leben ein, kommt schon wieder so eine „Ansage“. Das darf doch wohl nicht wahr sein!

Doch das Leben interessierte sich so gar nicht dafür, ob ich es bequem haben wollte und lieferte mir einen weiteren Transformationsschub direkt vor meine Haustüre: Ein Herzensprojekt zerbröselt regelrecht unter meinen Fingern und ich kann nur fassungslos dabei zusehen.

Boom!

Unterweltreise-Zeit

An diesem Punkt geht eigentlich nur noch eines: radikale Hingabe an den Prozess. Alles andere verschlimmert und verlängert nur noch „das Unausweichliche“. Die Raupe, die zum Schmetterling werden will, MUSS sich verpuppen und in diesem Prozess ganz auflösen. 

Was soll ich sagen … cool wäre es sicher zu sagen, wie locker und leicht ich da durchgegangen bin. War aber nicht so. Ich habe mich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt. Arrrgghhh! Diese schrecklichen, emotionalen Prozesse. Schon wieder! „Warum? Warum ich? Warum schon wieder?“ schrie ich dem Leben entgegen. Doch das Leben schaute mich nur liebevoll an und arbeite einfach hingebungsvoll weiter an meiner „Auflösung“. 

Bis ich einfach nicht mehr ausweichen konnte und in „den inneren Abgrund“ schauen musste: Da wurde mir klar, worum es hier eigentlich gerade ging: Ich hatte noch ein paar wichtige „Aufgaben“ zum Thema „radikale Selbstliebe“ zu erledigen. 

Das Leben ist ein „Spiegelkabinett“. Alles, was „da draußen“ auf uns zukommt, sind immer auch Reflexionen von nicht aufgearbeitete, inneren Themen. 

Ich setzte also meinen Forscherinnen-Hut auf und stellte mir Fragen: Kann ich mich wirklich in ALLEN meinen Facetten und Anteilen voll anerkennen und lieben? Nicht nur in denjenigen, die vorzeigbar und gesellschaftsfähig sind? Nicht nur die liebenswerte, zuhörende, empathische Iris lieben? Die Mentorin, Lehrerin, Begleiterin, „Sister in crime“, Best Buddy, Unterstützerin, kreative Workshop-Begleiterin? Die, mit dem großen Herzen und der ganz großen Friedens-Vision?

Kann ich auch alle dunkleren Anteile in mir umarmen: Die bossy, verkopfte, unflexible Iris? Die wütende, super-emotionale Besserwisserin, die oft Angst davor hat, um Hilfe zu bitten? Die manchmal einfach nur ihre Ruhe, einen warmen Kakao will und keinen Bock mehr auf „Weltverbesserung“ hat? Die ängstliche und verzagte Iris, die sich manchmal nicht traut und die – trotz so vieler Kommunikationskurse – einfach nicht die richtigen Worte findet? Jene Iris, die „ganz schön viel“ sein kann?

Der es, trotz Psycho-Studium und Jahrzehnten innerer Arbeit, manchmal immer noch schwerfallen kann, über ihre tiefen Gefühle zu reden. Nicht weil sie keine hat, sondern weil da so viel ist?

Spannende Forschungsfragen waren das, die mich auch zur kollektiven Frauenwunde geführt haben: Wie viel der riesigen Bandbreite an Gefühlen „darf“ Frau* in unserer Gesellschaft eigentlich offen ausdrücken, ohne als hysterisch oder „zu viel“ abgestempelt werden? Warum sind wir gesellschaftlich dazu verdammt, auf der gesamten Klaviatur unserer Gefühle immer nur das hohe C zu spielen? Was passiert da „auf der anderen Seite“, dass das nicht sein darf, oder gehalten werden kann?  

Was hat das mit Diversity-Inclusion zu tun? 

 

Transformation gelingt am besten gemeinsam

Nach diesen extrem intensiven „Transformations- und Forschungs-Monaten“ des Jahres 2023 strecke ich also gerade langsam und noch etwas müde meine „neuen Schmetterlings-Flügel“ aus. 

Tief dankbar über alle crazy-wilden Transformations-Tools an „meinem Gürtel“, die ich über die Jahre sammeln durfte. 

Tief dankbar auch für all die wunderbaren Menschen in meiner globalen Community, die wild, weise und wunderbar den Raum für mich gehalten und wunderbare Hebammen* in meinem Prozess waren. Jede*r hatte auf seine/ihre ganz einzigartige Weise.

Und die Erkenntnis: Transformation gelingt immer besser gemeinsam, in einem Co-kreativen Prozess. Mein Prozess ist immer auch heilsam für andere Menschen. Die alchemistischen Schätze – meine Erkenntnisse – nicht nur mein „Gold“, sondern das Gold der gesamten Community. So wird mein Prozess zum Geschenk. 

Genauso wie die fein-facettiert-unterschiedlichen Skills der verschiedenen Menschen meiner Community so wichtig dafür waren, dass der Prozess so sanft und leicht wie möglich ablaufen konnte.

Transformationsprozesse sind immer Gemeinschaftsaufgaben XXX

Verantwortung übernehmen

Schließlich war es noch wichtig, Verantwortung zu übernehmen für alles, was geschehen war. Nicht „die Schuld“ auf mich nehmen, aber genau hinzuschauen, was ich dazu beigetragen hatte, dass es so weit kommen konnte.  XXX

Meine innere „Diversity-Beauftragte“ ist gerade sehr zufrieden mit mir ;)! Sie sagt: Die Inklusion wichtiger, innerer Anteile ist geglückt. Inclusion Possible!

Was hat meine Geschichte mit Diversity-Inclusion und Ihnen zu tun?

Vielleicht fragen Sie sich das. Vielleicht aber auch nicht, denn dann hätten sie vermutlich schon viel weiter oben aufgehört zu lesen. 

Meine innere Kritikerin, die sich kurz gemeldet hat, mit der Ansage, dass man „solch persönliche Geschichten lieber nicht auf einem öffentlichen Blog teilt“, habe ich mit einem kalten Getränk zum Entspannen ans Meer geschickt. 

Denn alle unsere persönlichen Themen sind IMMER auch systemische Themen. Wir sind ja alle mit allem verbunden. Dieses „nicht Anerkennen von meiner inneren Vielfalt“ passiert ja nicht in einem luftleeren Raum, sondern immer auch „da draußen“ in allen unseren Systemen: den Familien, Organisationen, Ausbildungsstätten, … 

Menschen erleben Ausgrenzung, weil unsere Systeme noch nicht inklusive designt sind. Dabei haben wir die beste Lehrerin für gelungene Inklusion ständig und direkt vor unserer Nase: Mutter Natur. Doch die wenigsten schauen hin: was kann uns der Schmetterling, oder der Wechsel der Jahreszeiten über gelungene Transformation zu einer inklusiveren Welt lehren? 

Ich habe diesen sehr persönlichen Artikel für all jene Menschen geschrieben, die sich schon sehr lange für „eine neue, inklusive Geschichte“ engagieren und müde sind. Es ist eine große Einladung, den Fokus von „da draußen“ nach innen zu lenken. Selbst fürsorglich und liebevoll 

Ich habe diesen Artikel auch für Sie geschrieben, wenn Sie noch darauf warten, dass „die da oben“ oder „die da draußen“ dafür sorgen, dass unsere Systeme inklusiver werden. 

Wir alle sind wichtige Zellen des Organismus Erde und als solche mit unserer eigenen Transformation zu mehr Selbstliebe schon mal beginnen. XXX

Für mich ist das der König*innenweg zu Diversity-Inclusion und absoluter Selbstermächtigung. Taking your power back!  

Unsere derzeitigen gesellschaftlichen und Arbeits-Systeme fordern immer noch Normierung und Gleichheit. Andersartigkeit, Vielfalt wird zum Systemfehler und Problem. Der Ausschluss droht, wenn man es wagt sich zu zeigen, wie man wirklich, wirklich ist. Die große Krux ist, dass wir Menschen alle das menschliche Bedürfnis nach Zugehörigkeit haben und deshalb oftmals unsere Authentizität dafür verkaufen. Aus Angst, von der Herde ausgeschlossen zu werden. 

Dabei ist Vielfalt eigentlich Standard und Norm in der natürlichen Welt – von der wir nur ein kleiner Teil sind. Mögen wir uns daran erinnern, zu unser aller Wohl und dem der nachkommenden Generationen: Ich bin „in service of evolution and transformation“. 

Was ich einmal hinterlassen will

Es ist 2014 und wir sitzen auf Campingstühlen im flirrend heißen Wüstensand unter einem großen, grünen Tarp im Kreis. Es wird ganz still, denn jetzt ist George an der Reihe. Es geht um die Frage, was wir einmal auf dieser Erde als unser Erbe hinterlassen wollen. 

George ist unser Ältester in der Runde und hat mit Mitte 70 noch den Ruf gehört 4 Tage und Nächte alleine in der Wüste des Death Valleys zu fasten, seine „alte Geschichte“ im Rahmen eines Übergangsrituals gehen zu lassen und um eine Vision für die verbleibenden Jahre seines Lebens zu bitten. 

Er nimmt den Sprechstab in die Hand und blickt uns nacheinander lange in die Augen, bevor er anfängt zu sprechen. 

„Wenn es etwas gibt, dass ich im Leben bereue, dann dass ich zu häufig vermeintliche Sicherheit gegen den Ruf meines Herzens getauscht habe.“

Heute bin ich fast 50 und auch wenn ich mir sicher bin, dass ich noch mehr als die Hälfte vor mir habe, stelle ich mir diese Frage immer wieder. Und seitdem ich das große Vergnügen und die Ehre hatte mit Grandfather George im Kreis zu sitzen, folge ich immer wieder meinem Herzen. 

Ich wünsche mir, dass ich am Ende meines Lebens sagen kann, dass ich ein Geschenk für meine (globale) Familie und Community gewesen bin.

Das ist mit meinem Sein und meiner Arbeit dienen konnte, dass ich dieses Leben als wunderschöne Zeremonie gestaltet und dass ich das Leben intensiv gefeiert habe. 

Was ich noch hinterlassen will: Menschen auf allen Ebenen daran zu erinnern, dass sie einzigartig sind: egal ob in einem diversen Team, oder alten Strukturen die das nicht wollen. 

Wer schreibt hier eigentlich?

Hallo, ich bin Iris! Ich bin Interkulturelle Diplom-Psychologin, interaktive Workshop-Facilitatorin, Forscherinnen-Seele, Bloggerin & Speakerin aus Köln. Ich bin Expertin für Inclusive Leadership, Intercultural Teambuilding und liebe Schokolade.

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